Kolonien bildende Cymbella cistula, die sich mittels Gallertstielen am Substrat anhaftet (30-facher Zeitraffer) Craticula cuspidata im Dunkelfeld und im Hellfeld (20-facher Zeitraffer)

 

Zweck der Kultivierung

Warum ist es nützlich, Diatomeen zu kultivieren, die man beobachten will? Die Vorteile liegen aus unserer Sicht darin:

  • Im Vergleich zu einer Beobachtung an einer frischen Probe, lässt sich die Gattung und eventuell die Art mit höherer Sicherheit bestimmen und der Beobachtung zuordnen.
  • Die Bestimmung kann zeitlich unabhängig von der Beobachtung erfolgen.
  • Die Verwendung einer einzigen Spezies ist Voraussetzung für die Reproduzierbarkeit von Experimenten.
  • Es steht eine große Zahl an Diatomeen einer Art zur Verfügung. Dies ermöglicht Untersuchungen, bei denen eine statistische Aussage das Ziel ist, wie etwa bei der Polulationsdynamik.  
  • Fremde Organismen und Verunreinigungen stören die Beobachtungen nicht (siehe Videos unten).

Damit werden die Bedingungen, unter denen man beobachtet, gut kontrollierbar. So kann die Entwicklung einer Population in Abhängigkeit von externen Parametern, wie Temperatur, Lichtverhältnissen oder Zusammensetzung der Nährlösung untersucht werden.

Überdies kann das Kulturgefäß (z. B. die Petrischale) selbst als Beobachtungsraum genutzt werden.

Eine Probe aus dem Fluss Neckar. Auffällig sind vor allem Kolonien der Diatomee Bacillaria paxillifer (Bacillaria paradoxa). Diese Kolonien besitzen eine einzigartige Bewegung, welche auf die der Bewegungsfähigkeit der Diatomeen relativ zu den benachbarten Diatomeen beruht. Die Beobachtung wird insbesondere durch Detritus erschwert. (4-facher Zeitraffer) Blick in eine Kultur, die mit Bacillaria paxillifer aus dem Neckar angelegt wurde. Die Qualität und die Möglichkeiten zur Beobachtung sind im Vergleich zur Beobachtung in der Probe deutlich verbessert. (4-facher Zeitraffer)

 

Auf den Seiten zum Thema der Kulturen wird kurz geschildert, was Herr Kurt Schneider und ich aus unserer Erfahrung vermitteln können. Bei dieser Gelegenheit möchte ich Herrn Oliver Skibbe (http://www.larger-than-life.de/micropage/start.html) für seine wertvollen Hinweise danken.

 

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